Leben und Werk von J. G. Schadow

In diesem Artikel möchten wir dir etwas über die Karriere und die bekanntesten Werke von Johann Gottfried Schadow erzählen. Während es in den beiden anderen biographischen Artikeln zu dem preußischen Bildhauer um seine Kindheit und sein Familienleben geht, steigen wir direkt in die wichtigsten Stationen ein, die die Karriere von Schadow auszeichneten.

Vielleicht hast du schon gelesen, dass Schadow diverse künstlerische Ausbildungen genoss, wie zum Beispiel beim Hofbildhauer Tassaert oder an der Preußischen Akademie der Künste, bevor er mit seiner Geliebten Marianna nach Rom reiste und diese im Jahr 1785 heiratete. Beide verblieben für einige Zeit in Rom, was das Werk von Schadow maßgeblich beeinflusste. Denn hier konnte er sich vor Ort dem Studium der Antike widmen und zahlreiche Künstler persönlich kennenlernen. Einen ersten großen Erfolg erzielte er mit dem Gewinn eines Wettbewerbs mit seiner Tongruppe „Perseus befreit Andromeda“.

Im Jahr 1787 zog es Johann Gottfried zurück nach Berlin. Hier gab er auch den Katholizismus auf und wurde wieder Protestant. Er fand daraufhin Arbeit bei der königlichen Porzellanmanufaktur, wurde jedoch 1788 unerwartet zu einer anderen Stelle hinzugezogen, die er antrat: Nach dem Tod seines Lehrers Tassaert sollte er die Hofbildhauerwerkstatt übernehmen. Der erste Auftrag in diesem Amt war die Gestaltung des Grabmals des Grafen Alexander von der Mark, das heute als ein erstes Beispiel des frühen Klassizismus gilt und in der Alten Nationalgalerie besichtigt werden kann.

Ein sehr bedeutendes Beispiel von Schadows Fertigkeit ist die Quadriga auf dem Brandenburger Tor, die er 1793 gestaltete. Leider wurden Quadriga und Tor Opfer von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, doch im Stadtmuseum Berlin gibt es noch einen Pferdekopf, der vom Original erhalten ist. Zwei weitere bekannte Werke sind einmal die Prinzessinnengruppe von Friederike und Luise von Mecklenburg-Strelitz (Alte Nationalgalerie bzw. Friedrichswerdersche Kirche) und die Goethe-Büste, die er 1823 schuf. Neben diesen Kunstwerken entstanden zudem Denkmäler, Skulpturen, Reliefs, sowie weitere Grabmäler und Büsten.

Zu Lebzeiten war Schadow Mitglieder zahlreicher Kunstakademien und seit 1815 Direktor der Akademie in Berlin. 1830 sprach man ihm die Ehrendoktorwürde der Berliner Universität im Bereich Philosophie zu. Er starb 1850 in Berlin mit 85 Jahren und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben.