Schadow und seine Familie

Johann Gottfried wurde als Sohn eines Schneiders und dessen Ehefrau im Jahr 1764 in Berlin als erstes von fünf Kindern geboren. Nachdem der Vater das Talent seines ältesten Sohnes im Zeichnen entdeckte, nahm dieser verschiedene Ausbildungen auf, um sich fortzubilden und zu verbessern.

Während seiner Ausbildungszeit in der Kunstakademie lernte Johann Gottfried seine spätere Frau kennen. Es handelte sich um die katholische Jüdin Marianne Devidels. Geplant war diese Liaison nicht unbedingt, denn eigentlich hatte sein Bildhauerlehrer Antoon Tassaert vor, Schadow mit seiner Tochter zu verheiraten, um diesen an seine Familie zu binden und einen Nachfolger zu haben. Doch der junge Berliner hatte andere Pläne und reiste im Jahr 1785 im Eifer mit Marianne, der Tochter des österreichischen Juwelenhändlers Samuel Devidels, nach Wien und Rom.

In der italienischen Hauptstadt entschloss Schadow sich, dem Katholizismus beizutreten und heiratete Marianne schließlich am 25. August 1785. Nur kurze Zeit später kam 1786 der erste gemeinsame Sohn Karl Zeno Rudolf Schadow in Rom zur Welt, der sich wie sein Vater dem Bildhauerhandwerk zuwandte. Ein zweiter Sohn – Friedrich Wilhelm – wurde im Jahr 1788 geboren und entwickelte sich zu einem bekannten Maler.

Das Leben hielt für Schadow allerdings einige Schicksalsschläge bereit. 1815 starb seine Ehefrau Marianna, und auch sein Sohn Rudolf wird nur 36 Jahre alt. Johann Gottfried heiratete noch ein zweites Mal, Caroline Henriette Rosenstiel, mit der er vier gemeinsame Kinder hatte (Richard, Felix, Lida und Julius). Dennoch musste er auch hier verkraften, dass seine Ehefrau und zwei seiner Kinder frühzeitig von ihm gingen. Er selbst starb schließlich im Kreise seiner übrigen Kinder mit 85 Jahren am 27. Januar 1850 in Berlin.